Georg von Schönberg (1553-1594)
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| GND | 142167460 |
| VIAF | 127436797 |
| Abb. 1 Das Wappen der Familie von Schönberg nach J. Siebmacher, New Wappenbuch. Darinnen deß H. Röm. Reichs Teutscher Nation hoher Potentaten (...) Wappen Bd. 1 (Nürnberg 1605) S. 164, koloriert nach der Beschreibung ibid., Bestand der Staatlichen Bibliothek Passau | |
| Lebensdaten | |
| Geboren | 1553 |
| Gestorben | 11. Juli 1594 Neusorge |
| Beruf | Regierungsbeamter |
| Familie | |
| Großeltern | Wolfgang Georg von Schönberg und Margarethe von Haugwitz / Valentin Pflugk |
| Vater | Wolf von Schönberg |
| Mutter | Brigitta Pflugk (a. Knauthain) |
| Geschwister | Hans Wolf von Schönberg; Elisabeth von Schönberg; Kaspar von Schönberg; Christoph von Schönberg; Margarethe von Schönberg; Agnes von Schönberg; Dietrich von Schönberg; Andreas von Schönberg |
| Ehepartner | Margarethe von Petzschwitz aus dem Hause Rödern |
| Kinder | Christoph von Schönberg; Hans Wolf von Schönberg; Georg Heinrich von Schönberg; Hans von Schönberg |
| Amt Schellenberg/Augustusburg | |
| Funktion | Amtshauptmann |
| Dienstjahre | 1585-1594 |
| Vorgänger | Reinhard von Rainsberg? |
| Nachfolger | Christoph von Berbisdorff |
Georg von Schönberg war ein deutscher Regierungsbeamter aus der Familie derer Von Schönberg, einem weitverzweigten sächsischen Uradelsgeschlecht.
Er diente sowohl unter dem Kurfürsten August von Sachsen, der ihn in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zum Amtshauptmann zu Schellenberg bestellte, als auch unter dessen Nachfolgern Christian I. und Christian II. von Sachsen.
Chronik
1553
Georg von Schönberg wird als der dritte Sohn des Ober(berg)hauptmanns Wolf von Schönberg geboren und besaß zunächst nach seines Vaters Tode Teplitz.
1573
J. A. Bergner, Beschreibung des ehemaligen berühmten Schlosses und jetzigen Churfürstl. Sächßis. Burgk-freyen Städtchens Schellenberg in Chur Sachßen und dem Ertzgebürger Creyße (Chemnitz 1778) S. 124.
1579
A. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg meissnischen Stammes 1 (Leipzig 1869) S. 458.
1581
Der Kurfürst Johann Georg von Brandenburg besucht am 20. August das Schloß Neusorge.
1584
Todesjahr gemäß dem Briefwechsel der Familie von Schönberg mit dem kurfürstlichen Ehepaar und A. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg meissnischen Stammes 1 (Leipzig 1869) S. 454, auch wenn die Grabplatte des Wolf von Schönberg, die heute im Dom zu Freiberg aufbewahrt wird (Link), 1583 als Todesjahr nennt.
Am 12. September informiert ihn Kurfürst August, er werde nach Michaelis in Teplitz eintreffen und ersuchte Georg, das Haus bei der Stadt, das er innehabe, ihm einzuräumen und versprach, ihm den Schaden zu ersetzen, der etwa hierdurch an seiner Behausung erwachsen möchte.
D. h. als Taufpate, Taufzeuge, siehe Gevatter, in: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (Berlin 2026).
1585
Im Jahre 1585 soll er Teplitz wieder abgetreten haben. Er besitzt nun Neusorge und Frankenberg in Gemeinschaft mit seinem Bruder Christoph, später aber scheint er Frankenberg allein übernommen zu haben. Er wird als Amtshauptmann von Schellenberg erwähnt.
1586
Am 11. Februar stirbt Kurfürst August von Sachsen. Die Nachfolge tritt sein Sohn Christian I. von Sachsen an.
Georg ist Amtshauptmann zu Chemnitz, Augustusburg und Lichtenwalde, hat aber auch außerdem mancherlei besondere Aufträge des Kurfürsten auszuführen. So erhält er am 30. September den Befehl, im Gefolge des Herzogs von Sachsen als Marschall nach Prag zu reisen, wo der Herzog für den Kurfürsten Christian I. die böhmischen Lehen empfangen sollte.
1588
Er wird als Amtshauptmann von Augustusburg geführt.
1591
Einer seiner Söhne, Christoph von Schönberg, ist vor dem Vater am 9. Mai 1591 verstorben und in der Kirche zu Frankenberg beigesetzt worden, die übrigen Söhne, Hans Wolf, Georg Heinrich, und Hans, überleben ihn.
Am 25. September stirbt Kurfürst Christian I. von Sachsen. Sein Nachfolger wird sein ältester, aber noch minderjähriger Sohn Christian II.
Im Jahre 1591 befand sich Georg unter dem Ausschusse der Ritterschaft, die den 23. Oktober das Gesuch an den Kuradministrator und Regenten Friedrich Wilhelm I. von Sachsen-Weimar richtete, es möge dem Kanzler Nikolaus Krell das Kanzleisiegel und das große Insiegel genommen werden, damit nicht er, sondern eine andere vornehme Person dasselbe der kurfürstlichen Leiche voran trüge. Weil aber großer Verdacht bei den Ständen vorhanden sei, daß der Kanzler der vornehmste Förderer in der angestellten Änderung der Religion sei, so bäten sie, denselben zu verhaften und seine Schriften versiegeln zu lassen. Daneben baten sie, die neuen aufgedrungenen Prädicanten wieder abzuschaffen, den alten Zustand herzustellen und den Landtag zu berufen, um in geistlichen und weltlichen Dingen wieder heilsame Ordnung anzurichten.
1593
Am 3. September befindet er sich ebenfalls mit unter dem Ausschuß der Ritterschaft, der in Torgau über die Erbteilung der Grafschaft Henneberg verhandelt.
1594
Georg von Schönberg stirbt am 11. Juli mit 41 Jahren und wird in Frankenberg begraben, wo ihm ein Leichenstein gesetzt wird. Der Grabstein befindet sich jetzt im Dom zu Freiberg. Beim Umbau der Kirche fand man in den Gräbern Georgs und seiner Gattin eine kostbare goldene Kette und zwei schöne Ringe. Die Kette kaufte Caspar Abraham von Schönberg auf Maxen für 65 Thaler.
Bei Georgs Tode waren dessen Kinder noch nicht mündig, denn seine Witwe bat am 4. Dezember 1595 den Kurfürsten, den Vormündern ihrer Söhne anzubefehlen, sich der Vormundschaft ungesäumt zu unterziehen.
Fußnoten
- J. A. Bergner, Beschreibung des ehemaligen berühmten Schlosses und jetzigen Churfürstl. Sächßis. Burgk-freyen Städtchens Schellenberg in Chur Sachßen und dem Ertzgebürger Creyße (Chemnitz 1778) S. 124.
- A. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg meissnischen Stammes 1 (Leipzig 1869) S. 458.
- Todesjahr gemäß dem Briefwechsel der Familie von Schönberg mit dem kurfürstlichen Ehepaar und A. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg meissnischen Stammes 1 (Leipzig 1869) S. 454, auch wenn die Grabplatte des Wolf von Schönberg, die heute im Dom zu Freiberg aufbewahrt wird (Link), 1583 als Todesjahr nennt.
- D. h. als Taufpate, Taufzeuge, siehe Gevatter, in: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (Berlin 2026).
Literatur
J. A. Bergner, Beschreibung des ehemaligen berühmten Schlosses und jetzigen Churfürstl. Sächßis. Burgk-freyen Städtchens Schellenberg in Chur Sachßen und dem Ertzgebürger Creyße (Chemnitz 1778) S. 124.
A. Fraustadt, Geschichte des Geschlechtes von Schönberg meissnischen Stammes 1 (Leipzig 1869) S. 461-462
J. G. Harnisch, Chronik über Schellenberg-Augustusburg (Schellenberg 1860) S. 290-291.
